Rutscherhosen

oder des Rätsels Lösung, weshalb der kleine Riesensohn un.be.dingt einen Gürtel braucht:

Antworten, die verwunderte Mütter beim Wäschewaschen finden. Hosentascheninhalte:

Sieben Edelsteine, zwei Flummis, ein Auto, ein Plastik-Saugpfeil, ein undefinierbares gelbes Etwas, drei Lego-Einzelteile, mehrere undefinierbare blaugraue, grüne und graue Einzelteile und Ü-Ei-Anleitungen.

Mein Sohn ist eine Elster.

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Lupori, Pippi Pampumpf!

DSC02858Der Delfin 4 Test naht, ein Sprachtest, dem sich jedes Kind in NRW, das in zwei Jahren eingeschult werden könnte, unterziehen muss. Dabei klingt es wilder als es ist. Gemeinsam mit bekannten ErzieherInnen und geschultem Lehrpersonal wird das Sprachvermögen mit einem Gang durch den Zoo getestet.

Zoologe der Zukunft

Wenn dazumal das Lehrpersonal mit dem kleinen Riesensohn durch einen richtigen Zoo (so wie hier beschrieben)  gewandert wäre, hätte es auf baldige Einschulung gedrängt. „Was ist das?“ hätte der kleine Riesensohn gefragt, „hat das Zähne? Kann das beissen? Gibt es da noch mehr von? Leben die unter der Erde? Warum steht das da so rum? Hat das auch Babys? Kann das schwimmen?“

„Kann man Sonnenblumen essen?“

Die Realität jedoch hatte uns in eine Art Abstellkammer geschoben, wo der kleine Riesensohn einen Fehler dafür bekam, dass er die Karte mit der Sonnenblume drauf auf den Kartenstapel schob, auf dem sich die essbaren Dinge befanden. Wenige Wochen zuvor hatte ich ihm erklärt, dass man die Sonnenblumenkerne, die man aus dem Blütenkorb  ernten kann, essen kann. Wie auch immer, er bestand schließlich doch, wenn auch erst beim zweiten Mal, logisch, Abstellkammer-Atmosphäre (wie hier beschrieben) würde mir auch die Sprache verschlagen.

„Da! Raffe!“

Mal sehen, wie es mit den Zwillingen wird. Sohni wird mit seiner holperigen Grammatik dem Lehrpersonal möglicherweise ein Haare sträubendes Erlebnis bescheren, ich bin aber sicher, dass er das durch seine süße Aussprache wieder wettmachen wird. Welches Herz schmilzt bei „Pippi Pampumf“ nicht dahin? Hoffentlich tummeln sich im Sprachtest-Zoo viele Sweine, Raffen und Fanten.

Maxes grammatikalisches Verständnis wirkt auch leicht entrückt, aber schließlich geht es doch um Verständlichkeit, nicht wahr? Oder versteht hier irgendwer nicht die Bedeutung von: „Noni bissen, weint ich.“? Sehr beliebt in diesem Hause sind auch seine berüchtigten Fünf-Wort-Sätze: „Duhl mutzig, ich nich magen!!!“

Ein paar Wochen haben wir ja noch. Bis dahin haben wir noch viel Zeit, eine Million Zoobücher zu lesen. Das Lehrpersonal wird sich ganz bestimmt beeindrucken lassen, wenn die Zwillinge Okapis, Tapire und Vampirfledermäuse erkennen.

Kanonen-Eier

Die letzte Ostersendung der „Sendung mit der Maus“ ist mir doch arg auf den P1040205Magen geschlagen, der Umgang mit dem Lebensmittel „Ei“ war vernichtend, und zwar im wörtlichen Sinne.

Da wurden unnötig Eier zerquetscht, und zum Schluss gar Eier per Kanone in die Luft gepustet.

Das widerstrebt meinen Bemühungen, meinen Kindern einen guten Umgang mit Lebensmitteln und Nutztieren vorzuleben.

Also habe ich eine Email an die Maus-Redaktion geschrieben. Ich bin gespannt auf ihre Antwort.

Hier der Offene Brief:

Liebe Maus-Redaktion,

ich bin Mutter dreier pfiffiger Söhne (1×6 und 2×3), und wir vier freuen uns auf jede Maus-Sendung; manche schauen wir sogar mehrmals pro Woche, dank der Mediathek.

Nun haben wir die diesjährige Oster-Sendung gesehen, und ich muss betrübt sagen, dass mir – obwohl ich gespannt auf die Auflösung der Frage gewartet habe, welches Ei denn nun gewinnen werde – der Umgang mit dem Lebensmittel „Ei“ auf den Magen geschlagen ist.

Nun bin ich selbst Biologin und der Wissenschaft nicht abgeneigt. Ein oder mehrere Eier für Versuchszwecke zu opfern finde ich, sofern es sich nicht um endlose Wiederholungsversuche handelt, durchaus im Rahmen.

Doch wurde auch ein Ei einfach so per Hand zerquetscht, obwohl doch gerade mit dieser seltsamen Presse bewiesen worden war, dass die Eier alter Hennen instabiler sind als die Eier junger Hennen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ganz besonders betrübt hat mich, dass die drei Enkel von Kapitän Blaubär zum Abschluss der Lügengeschichterei Eier per Kanone fortgeschossen haben.

Nach meinem Empfinden wurde achtungslos mit einem wertvollen Lebensmittel umgegangen und damit auch den Hennen, die ihr Werk oft in qualvoller Enge verrichten müssen, wenig Respekt gezollt, immerhin handelt es sich bei einem Ei um ein ganzes Tageswerk.

Meinen Kinder möchte ich gerne einen repektvollen Umgang mit Lebensmitteln und besonders unseren Nutztieren vermitteln – mit dieser Sendung kann ich dies leider nicht tun.

Daher bitte ich Sie höflich, in Zukunft, auf unnötige Vernichtung von Lebensmitteln zu verzichten und stattdessen den Wert unserer Lebensgrundlage aufzeigen.

Ich und meine Leser sind sehr gespannt auf Ihre Antwort.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Gummibärchen im P0

Übersetzen Sie diesen Satz: „Ma-ma? Gummibärchen im P0-0?“

Als Vokabelhilfen stehen Ihnen zwei Hinweise zur P1040118Verfügung:

„Gummibärchen“ gilt im sohnischen Kleinkindsprech des 21. Jh. als Synonym für „Kaugummi“.

„P0“ ist die (noch) nicht sehr verbreitete Abkürzung für „Büro“.

Sie haben 20 Sekunden Zeit.

 

Summt alle mit!

Am Sonntag sah Elisabeth mich an, als hätte ich nackt in der Küche einen Regentanz aufgeführt.

„Morgen nachmittag kommt nämlich der Frühling“, hatte ich ihr erklärt, „ich Header Foto für Blog Zweihabe den bestellt.“

„Im Internet?“ gähnte sie betont uninteressiert.

„Ja“, erwiderte ich, „man muss nur singen.“

„Singen??“

„Ja, sing mit: `Frühling, lieber Frühling, lieber Frühling komm doch bald herbei, jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben

SCHÖÖÖÖÖÖÖÖN.´“

In manchen Momenten habe ich den Eindruck, von unserem Babysitter nicht ganz für voll genommen zu werden.

Aber der Erfolg gab mir recht: Gestern nachmittag saßen wir auf unserem sonnigen Hof und streckten unsere nackte Gesichtshaut der Sonne entgegen. Sogar das Anti-Aging Sonnenspray hatte ich auf meine altersfleckigen Hände verteilt.

„Siehste“, feixte ich, als Elisabeth zum Dienst erschien, „hat doch geklappt.“

Sie sagte zwar „ja“, aber ihr Blick erinnerte mich stark an die Blicke mancher Kleinkindmütter, die ihrem übermüdeten, laut „ICH BIN NICHT MÜDE!“-schreiendem Nachwuchs geduldig zustimmen.

Summt alle mit: „Frühling, lieber Frühling … .“

„Der kleine MÄRZ möchte bitte aus dem WINTER abgeholt werden!“ *

Das diesjährige Osterfest war in mehrerer Hinsicht ungewöhnlich.

P1040206

Zunächst überraschte mich die Zeitumstellung.

„Unvorhergesehene Ereignisse“, erklärte ich der Freundin am Telefon, „verzögern die Ankunft um voraussichtlich 30 Minuten. Ich habe die Zeitumstellung vergessen.“

„Was??? Die kam unvorhergesehen????“

Kann ja nicht jeder up to date sein.

Die Radfahrt im Schneetreiben und mit Sohni auf dem Kindersitz hinter mir, den ich vorsichtshalber in seinen Schneeanzug gemummelt hatte, hat sich aber dennoch gelohnt, denn Robin schenkte uns drei seiner Schokoostereier. Zwei bekam Sohni, eines ich.

Dafür wollte Robin mit mir spielen, quasi als Ersatzspielerin für den kleinen Riesensohn, der über Ostern bei der Knaben-Oma weilt. Sohni schien ihm nicht geeignet.

Aber ich??

Nachdem ich ihn gehörig durchgekitzelt hatte, einigten wir uns auf Malerei am Küchentisch, und damit hatten die Robin-Mama und ich einige Minuten lang die Chance auf ein zivilisiertes Gespräch unter Frauen.

Und Ostereier suchen?

Das machen wir, wenn es wieder wärmer wird. Brrr. Und heute Nacht gibt es eine Wärmflasche an die Füße.

* Die Überschrift habe ich übrigens in einer lesenswerten Tweet-Zusammenstellung von Mama-arbeitet gefunden, das Tolla-Box-Team hatte sich diesen genialen Satz ausgedacht.

Der Bär meiner Kindheit.

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Sohni bestaunt Samson.

Zumindest bei mir versteckt sich irgendwo im Kinderwunsch auch die Sehnsucht nach der Wiederbelebung meiner eigenen Kindheit.

Umso entsetzter bin ich, dass die Helden meiner Kinderjahre ins Museum abgeschoben wurden.

Und welcher Fernsehkommandant hat eigentlich die Sesamstraße abgeschafft? Ich wollte die doch noch mal gucken!

 

 

Meine Begleiterin (auf dem Foto im verwischten pink zu sehen) berichtete von einer DDR-Ausstellung, deren Untergang sie mit zarten 6 Jahren miterlebt hatte.

„Da war meine Kindheit im Museum!“ Es muss ein Schock gewesen sein.

Der Schock ereilte mich am großen Fernsehquadrat. „Lindenstraße“, „Tatort“, „Derrek“ – man P1040321fühlte sich irgendwie entblößt.

Und an den Mauerfallvideos bekam ich Gänsehaut.

Wenn die Kleinen größer sind, werden wir dort häufiger sein. Jetzt war es ein bisschen schwierig, sie an den ganzen Video-Dokumenten der Weltkriege vorbei zu schieben. Am Eingang gibt es auch einen schönen Museums-Shop. Der verschenkt auch Plastik-Tüten. An Eltern, die den OW-Unfall beseitigen. Aber das war zum Glück erst am Ende der Besichtigung.

Tipp für Bonn-Besucher: Haus der Geschichte. Eintritt frei.

Ostern auf unsere Art

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Vielleicht liegt es an unserer Einzelkindherkunft. Oder an meiner Hyperakusis.

Die Angst vor, äh, ich meine die Aussicht auf zehn kindergartenfreie Tage am Stück lässt uns jedenfalls zu extremen Maßnahmen greifen.

Tot durch Eibe.

Der beste Ehemann von allen ist mit zwei Kindern in den Norden gezogen, auf zu neuen Abenteuern. Das Abenteuer mit dem toten Reh, das an der Eibe im Großelterngarten genascht hatte, um dann mit Blut im Maul elendig zu verenden, haben sie allerdings schon verpasst. Vielleicht kommt ja noch ein Reh. Der Dauerschnee im deutschen Norden treibt anscheinend nicht nur depressive Sonnenfreunde in den Wahnsinn. Oder in die Vorgärten. Was in diesem Falle dasselbe ist.

Entspannter Einkind-Zustand mit Beule.

Der Norden hat jedenfalls einen entscheidenden Vorteil: Einen Babysitter, der sich von Herzen freut, wenn zwei Buben zu Besuch sind. Während der Norden also um um drei Erdenbürger reicher ist, freut sich Mütterchen im mittleren Deutschland auf besinnliche Ostern im Einkind-Zustand und auf entspannte Treffen bei Freunden.

Auch Sohni genießt die Zweisamkeit wie ein kleiner Kuschelbär, wir waren schon schwimmen, er darf auf Papas Bettseite schlafen, was auch mir lieber ist, denn gestern hat er im Kindergarten eine drei Meter hohe Beule ergattert und desnachts habe ich ab und an seinen Zustand besichtigt.

Telefonieren nur im Notfall.

P1040246Einzig die Frage nach dem Handyaufladekabel lässt mich nach dem Telefon und damit nach dem Ehemann greifen. Ich habe nämlich ein neues, also ein neues Altes. Irgendwo im Keller scheint es nicht nur ein Mäusenest zu geben, sondern auch ein Wurmloch voller Handys. Vielleicht sind es auch Fehlkäufe oder Bestechungsgeschenke der Handyindustrie. Das neue  alte Handy hat jedenfalls wahnsinnig kleine Tasten, und vermutlich brauche ich jetzt eine Lesebrille.

Die Abdeckerei, die das tote Reh abholt, muss übrigens immer der Gartenbesitzer bezahlen. Also, schafft die Eiben ab. Sind sowieso wahnsinnig giftig. Oder das Reh in Nachbars Garten.

Mit Küsschen ins Aquarium

Wie der beste Ehemann von allen berichtete, ging Haraldine bereits gestern früh um 5.35 Uhr in die Lotterleben-Lebendfalle, was sich an einem metallischen Klicken und anschließendem Gescharre bemerkbar machte.

Erstaunt und erfreut erkundigte sich die beste Ehefrau von allen, die ab 2.01 Uhr im Kinderzimmer genächtigt hatte, nach dem aktuellen Aufenthaltsort und musste erfahren, dass Haraldine seit 5.40 Uhr in der metallischen Lebendfalle im Hof festsaß.

„Bist du WAHNSINNIG? Weißt du, wie kalt das draußen ist?“

„Prima, dann sind wir ihn los. Ich habe mal geschüttelt, und es klang, als ob er kalte Füße bekommen hätte.“

„Willst du damit sagen … Er ist tot???“

„Schau halt nach.“

„Oh, Mann.“

„Kannst die Falle ja über dem Bio-Müll öffnen.“

„Also, manchmal denke ich … .“

„Und?“ fragt der ansonsten beste Ehemann der Welt, „was ist das dann für ein Gefühl?“

Banausen. Allesamt. Auch Elisabeth hat sich geweigert, auch nur einen Blick in Haraldines schöne Augen zu werfen.

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P.S. Inzwischen befindet sich Haraldine bei bester Gesundheit in unserem Aquarium, das derzeit trocken steht. Es gibt ein Häuschen aus Pappe, ein Unterhemd von Mara (grün im Bild), Käse und Brot und ein Schälchen Wasser. Alles in allem, denke ich, wird er sie dort drinnen überleben, bis die Kinder ihn sie besichtigen können, was allerdings erst nächsten Mittwoch der Fall sein wird. Zweidrittel meiner Kinder feiern Ostern nämlich im Schnee bei der Knaben-Oma. In die Falle gelockt hat ihn sie letztendlich ein verirrtes Ferrero-Küsschen aus der OW(=Pipi-Kacka)-Belohnungsdose. Mal sehen, ob die Kinderschokolade, die ich gestern am Schwimmbadkiosk erstanden habe, auch Herbert in die Falle locken wird.