Wie die Depression hier herumlümmelt.

Sie lümmelt schon wieder, die Depression, und wenn ich es recht bedenke, schon wieder einige Woche.

„Na, das wird ja was“, überlege ich, während ich die Depression beobachte, dir mir gegenüber liegt und aus dem nachtschwarzen Fenster starrt. Ich male mir aus, wie der nächste reguläre Arztbesuch verlaufen wird.

„Guten Tag, Frau Solanum, wie geht es Ihnen?“

„Naja, also ehrlich gesagt, ich vermute mal, aufgrund des meterdicken Wattegefühl – nicht so gut!“

„Jetzt übertreibst du aber“, mischt sich da die Depression ein.

„Der Knaller ist es hier aber auch nicht“, knurre ich zurück.

„Was erwartest du?“ brummt die Depression, „du bist 40, dein Leben ist quasi vorbei. Deine Familie interessiert sich nicht für dich, du bist dick und häßlich und ALLES wird IMMER schlimmer.“

Ich rolle mit den Augen: „Jetzt wird einer von uns aber theatralisch.“

„Und dein Arzt hält dich sowieso für einen Hypochonder!“ Die Depression dreht mir beleidigt den Rücken zu. So ist sie halt. Sie übertreibt, sieht nur das Negative und schiebt alles Schöne beiseite.

„Tut er nicht!“ Ich setze Erfahrung dagegen.

„Und den Blog kannst du abhaken. Wen interessieren schon die Gedanken einer hysterischen Mutter?“

„Depression?“ Manchmal muss ich streng werden.

Ich lasse sie herumhängen und suche nach glücklichen Gedanken.

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25 Antworten zu “Wie die Depression hier herumlümmelt.

  1. Mich. Mich interessieren deine Gedanken.
    Ich hatte eine Wochenbettdepression. Es wurde wieder gut. Nur manchmal, wenn es nicht läuft, dann sehe ich schnell mehr schwarz als grau.
    Du machst das gut. Du setzt dich mit der Depression auseinander. Du gibst ihr nicht mehr Raum als nötig. Du hast Hilfe.
    Was willst du gerade noch mehr von dir? Du tust dein Bestes.
    Du kennst den Weg. Er ist nicht leicht, aber du gehst ihn.
    Lass nicht nach. Die Sonne kommt bestimmt wieder!
    Ich schicke dir schonmal ein paar warme Sonnenstrahlen!

  2. Egal was Deine Depression sagt – mich interessieren Deine Gedanken auch. Und hysterisch finde ich Dich nicht. Alles Gute!

  3. Ich lese immer sehr gerne bei dir!! Lass die olle Depression rumhängen, komm raus und lass dir die Sonne ins Gesicht scheinen. Schwimm der lahmen Ente davon. Mal sie bunt an! Erzähl eine Geschichte drum herum. Als Biographin kann ich dir sagen: 40 ist noch lange nicht das Ende.
    Ich schick dir liebe Grüsse und wünsche dir viel Kraft!!

  4. Ich lese hier soooooo gerne!
    Also sag der blöden Depression schöne Grüße.. Sie hat einfach nie und nimmer und niemals recht.
    Herzliche Grüße von mir!!
    Anna

  5. Hey Depression du Dumpfbacke,
    Lass endlich die Autorin in Ruhe Und verkriech dich im Wandschrank oder da wo niemand putzen will.
    Hallo du,
    Erinnere dich immer an zwei Dinge:
    Du hast Freunde und Menschen die dich schätzen
    Und
    Depression ist wiie Durchfall,völlig ätzend aber es geht weg mit den Richtigen Mitteln und einer positiven Einstellung.
    Alles Gute Dir
    RonjaMama

    • Leider ist sie ein wenig chronisch geworden. Wir leben schon seit Jahrzehnten beisammen. Dann gibt es eben ein neues Medikament. So. Ich lass mich doch nicht unterkriegen.

      • Unterkriegen lassen ist niemals ne Option,außer beim Armdrücken gegen Henning Baum oder so.
        Darf ich fragen ob du mal was in Richtung Gesprächstherapie gemacht hast?Immer nur Medis sind ja auch kacke und kloppen dir die Leber hart.
        Wenn du magst,du hast Meine Email…
        Alles Gute

      • Danke, meine Liebe!
        Ja, ich habe eine recht lange Therapie gemacht und habe die Therapeutin noch als Ansprechpartnerin!
        Das ist auf jeden Fall gut!!!
        Und die beiden Texte haben schon so sehr geholfen!

        Vielen Dank für’s Lesen!

        Mara

  6. Ich hab Dich noch nie hysterisch empfunden. Und die Medikamente sind sinnvoll, das weiss ich von der Behandlung meines grossen Sohnes. Bei ihm würde es ohne nicht gehen!
    alles Gute
    Elisabeth

    • In den letzten Wochen habe ich mir mal wieder so viele Sorgen um die Schulkinder gemacht bzw. wegen der Lehrerin, die so gar kein Verständnis zeigt für die Sensibilität und Introvertiertheit der beiden, obwohl ich in mehreren Gesprächen versucht habe, ihr zu erklären, wie die beiden ticken. Da fühle ich mich so ausgeliefert und hilflos und abgestempelt, meine Einwände, Bedenken, meine Versuche, ihr zu erklären – einfach vom Tisch gewischt. Stattdessen bleibt das bittere Gefühl, sie unterstellt uns, dass in unserer Familie etwas nicht stimmt. Der Mann ist da viel cooler als ich: „Hör nicht auf die! Die kann sich leider nicht vorstellen, dass es auch schüchterne Kinder gibt!“

      Dann wiederum denke ich, dass ich mir einfach zu viele Sorgen mache und versuche, es abzuschalten … aber wem erzähle ich das? Die Gedanken um die Kinder hören niemals auf, oder? Das gehört wohl zum Leben. Ich will aber lernen, auf mein Bauchgefühl zu hören und das sagt, dass sich etwas ändern muss. Ich weiß aber noch nicht so recht wie.

      Mit dem Medikamenten komme ich eigentlich zurecht – es ist viel besser als ohne, auch wenn ich natürlich am liebsten ohne auskommen möchte, aber ich bin sehr dankbar, dass es sie gibt!

      Ach du, ich umarme dich aus der Ferne, viele Grüße in euer grünes Haus,

      Mara

      • Liebe Mara, nach dem, was Du schon alles über die Schule geschrieben hast, bin ich fest davon überzeugt, dass es an den Lehrer(innen) liegt und keinesfalls an Eurer Familie. Wenn das eine Lehrerin mit viel mehr Kontakt zu Euren Kindern trotzdem noch anders sieht, ist sie einfach fehlbesetzt. Leider kenne ich selber viele Lehrer(innen) dieser Art. Einfach, wie dein Mann sagt, auf DICH hören und nicht auf „Fremde“ (ich weiss, das ist nicht einfach, aber es sollte so sein). Du bist diejenige, die ihre Kinder am besten kennt und was ihnen gut tut und was (oder wer) nicht!!! Immerhin ist einmal die 3. Klasse schon mehr als halb geschafft. Noch gut ein Jahr, dann wechselt ihr doch eh in die Oberstufe. Neue Lehrer, neues Glück. Übrigens auch mehr Lehrer durch mehr Fächer, so verteilt sich das Risiko besser 😉 (Beim andern halt „nur“ noch zwei Jahre… es ist nur eine Phase… dieses Mantra kennen wir doch noch alle 😉 ) Die eine (und auch andere) Lehrerin kannst Du nicht mehr ändern. Sie hat ein falsches Bild von Euch. Das wirst Du gerade bei solch vorverurteilenden Leuten nur sehr schwer ändern können. Die Energie ist das nicht wert. Findet Euch damit ab, was ihr nicht ändern könnt, denkt insgeheim „blöde Kuh“ und korrigiert bei Euern Kindern das Falsche, was sie ihnen (und scheinbar auch Dir) unterschwellig einimpft (nicht auf sich selbst zu vertrauen). Es ist doch überall das Gleiche…
        Ich selber hatte einige Lehrerwechsel zu verkraften und jeder hat mich anders eingeschätzt, manche sogar diametral verschieden. Auch die haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen (und leider nur wenige richtige Pädagogik). Zum Glück hatte ich auch ein paar „echte“ Lehrer mit Herz und Verstand.
        Nun haben wir in der Kita ähnliche Probleme. Bisher alles paletti, trotz mehrmaliger nicht beeinflussbarer Erzieherinnenwechsel (schwanger, aufgestiegen etc.) – und nun sieht die aktuelle irgendwie Probleme, wo keine sind, unterstellt uns unterschwellig Lügen… Habe jetzt erstmal ein „unverfängliches“ (oberflächlich zumeist nettes) Gespräch mit ihr gehabt, damit sie merkt, dass sie mit uns nicht so umgehen kann. Sollte dieser Warnschuss nicht reichen, muss ich wohl mal deutlicher werden. Ob sie ihre Meinung dann ändert, glaube ich auch eher nicht (s.o.). Dann denke ich mir auch (s.o.) und weiss, dass auch die Kita-Zeit vorbei geht… Nerven tuts trotzdem , ich weiss. Aber bitte lass Dir nicht von Fremden in Dein Bauchgefühl reinreden. Du machst das wirklich gut und richtig! Jawoll!

      • Ich kanns nicht lassen, ich muss noch mehr schreiben 😉
        Versuch die Situation mal von oben, von der Metaebene zu sehen.
        Sie „beschuldigt“ Euch, Du rechtfertigst Dich. Wer ist da in der stärkeren Position?
        Einmal erklärt reicht. Wenn sie es so nicht verstanden hat (nicht verstehen will), nützt weiteres Argumentieren genau null. Weiteres Erklären, Rechtfertigen etc. schwächt Deine Position immer mehr. Vielleicht kannst Du Dich mal gedanklich in eine Position „über“ ihr versetzen. Wo Du die Starke bist und klipp und klar sagst: ‚Meine Kinder sind so und so. Das ist gut und richtig so. Wer sich anpassen muss, ist der Pädagoge, der hat es schliesslich gelernt, mit verschiedenen Kindern umzugehen.‘
        Im Zweifelsfall würde ich das auch in einem Lehrergespräch so offen und deutlich bringen.
        Möglicherweise versuchst Du zu sehr, Verständnis zu wecken, wo kein Verständnis ist und sein wird. Du bist vermutlich auch noch viel zu nett zu ihr. Man denkt immer, man würde seinen Kindern schaden, wenn man die Lehrer (leicht angreift). Aber in Eurem Fall kann sie, glaube ich, nicht mehr viel schlechter machen. Daher wäre mir das nicht so wichtig. (Kenne Eure genauen Probleme nicht, daher evtl. zu hart.)
        Im Moment greift Sie Dich stark an. Sie merkt, dass Du Dich rechtfertigst und erhält damit neue Nahrung für weitere Angriffe, weil sie merkt, dass Du Dir das zu Herzen nimmst; unsicher bist, ob sie vielleicht doch recht hat. Das nutzt sie aus und streut noch mehr Zweifel in Dir.
        Irgendwie solltest Du diese Positionen umkehren. Ein „STOP“ klar machen. Vielleicht, indem Du Deinen Mann mitnimmst, der da stärker und sicherer zu sein scheint. Das wirkt manchmal schon Wunder, die werden auf einmal sooo klein mit Hut, wenn es ein wenig Gegenwind gibt. Manche brauchen den, leider.
        Oder indem Du wirklich aufhörst, zu rechtfertigen. Hör Dir an, was sie zu sagen hat, sage klipp und klar: „Das stimmt nicht. Das sehen sie falsch. Ich habe es Ihnen schon einmal erklärt, wie es sich verhält, ich fange nicht noch einmal damit an. Sie haben Unrecht. Ich sehe das Problem soundso, ich habe mir schon überlegt, wie wir das lösen können und zwar soundso.“ Ob sie das dann macht, ist ja noch eine ganz andere Frage, vermutlich eher nicht,
        ABER damit FÜHRST DU das Gespräch und nicht sie! das ist so wichtig! Kannst Dich dann ja kompromissbereit zeigen (von Deiner höheren Position aus). Das bleibt Dir unbenommen. Aber erst mal hast Du die Marschrichtung vorgegeben.
        Das erfordert natürlich gründliche Vorbereitung – UND Du darfst nicht im Gespräch wieder in die Diskutier- und Rechtfertigungsfalle tappen.
        Ist halt immer die Frage, ob es die Energie wert ist (s.o.). Bei einem Drittklässler vielleicht nicht mehr unbedingt, bei den jüngeren wohl eher. Wenn (bspw. beim Jüngsten) abzusehen ist, dass sie evtl. die gleichen Lehrer/ Erzieher kriegen.
        Was ist denn eigentlich aus dem Schulwechsel geworden bzw. meldet Ihr den Jüngsten gleich in einer anderen Schule an? Zumindest letzteres wäre doch unbedingt zu empfehlen. Ich denke da auch an die demotivierte Erzieherin von neulich…)
        Isch habe fertisch 😉

      • „Isch habe fertisch“- da musste ich ein wenig schmunzeln!

        Vielen, vielen Dank für deine ganzen Gedanken!
        Es ist doch ab und an gut, ein Feedback aus der Ferne zu bekommen. Natürlich kennst du die Lehrerin nicht, warst nicht bei den Gesprächen dabei und deshalb fühle ich mich manchmal auch unfair, weil ich ja nur meine Perspektive erzählen kann …

        Aber: Auf das Bauchgefühl achten, das ist wichtig. Ich weiß noch, wie ich bei den Kleinkindern von damals manchmal zu meinem Mann sagte: Vielleicht müssten wir jetzt nicht zum Arzt, aber wenn wir jetzt nicht fahren und es ist doch was Ernstes – das könnte ich mir nicht verzeihen.

        Und ein lieber Freund schrieb in etwa folgendes: Bei dem miserablen Zustand unseres Schulsystems kann mann/frau sich gar nicht genug sorgen …

        Also nehme ich meine Sorgen schonmal ernst …

        Und jetzt mache ich ersteinmal Pause und entschwinde ins Bettchen … Gute Nacht!

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