Das Leiden der Ehemänner

Jetzt ist es amtlich. Nicht nur der Ehemann der Blogautorin leidet, sondern auch die Ehemänner anderer Blogautorinnen.

Ob es am Bloggen liegt?

Sicherlich nicht!

Denn der Ehemann hat im Freundeskreis bereits weitere Ehemänner ausfindig gemacht, die unter ihrem überfüllten Zuhause leiden. Sogar über Männer-WGs wurde vor den Ohren der Ehefrauen laut nachgedacht, Männer-WGs, in denen es sauber und vor allem ORDENTLICH ist.

„Du kannst ja mit Antje zusammenziehen“, schlägt der Mann vor und lächelt unauffällig das diabolische Lächeln eines Piratenkapitäns, der seine Geliebte den Haifischen vorwirft.

Antje hat das zum Glück nicht gehört,

weil zwei ihrer zwölf Kinder gerade heulen. Antjes Ehemann aber redet sich in Rage: „Ist es bei dir auch so, dass du im ganzen Haus nicht ein einziges Plätzchen für dich hast?“

„Jaja!“ ruft der Ehemann heiser und seine Augen leuchten blutrot.

„Du bist doch sowieso nie im Arbeitszimmer!“

tönt es von hinten. Antje hat eben doch gute Ohren.

„Weil es voller KRAM steht!“ ruft Michael.

„Pfff“, macht Antje.

Darüber beschwert sich der ansonsten beste Ehemann von allen auch beunruhigend oft. Er werde in seiner Ehe und überhaupt von seiner gesamten Familie nicht wirklich ernstgenommen.

„Ich will aber kein Baumhaus!“

heißt es da zum Beispiel von seiner Seite, „wir haben überhaupt gar keinen Baum!“

„Pfff“, sage ich, „du hast eben keine Fantasie.“

„Ja! Baumhaus!“ rufen die Kinder.

Außerdem ist die Ehefrau erstaunlich unflexibel, was seine Zeitplanung angeht.

„Hase“, sagt der Ehemann beispielsweise besonders einfühlsam, „in einer halben Minute fahre ich für mehrere Jahr nach Nordsibirien und zwischendurch komme ich leider auch nicht nach Hause“, und schon ist der schönste Krach in Gange. Versteh‘ einer die Frauen! Er hat es ihr doch rechtzeitig mitgeteilt! Sogar schon vor der Abfahrt!

Aber er ist nachsichtig

und lässt sich breitschlagen, seine Termine noch frühzeitiger und vor allem schriftlich mitzuteilen. Schriftlich ist der Ehefrau besonders wichtig, angeblich  weil sie sich Termine nicht gut merken kann, die man ihr zuruft, während sie mit einem Kind beim Wäschefalten Hausaufgaben macht und gleichzeitig die Zwillinge davon abhält, das Lebkuchenhaus aufzuessen.

Wo bleibt denn das viel beschworene Multi-Tasking der Frauen!?

Und dann ist es auch wieder nicht richtig, denn er hat doch nun den Termin frühzeitig und per Mail und sogar mit Stundenangabe mitgeteilt – „15.1-16.1 15-14“. Was versteht die denn daran nicht?

„Du bist gar nicht nachts weg?“

„Aber nein!“ ruft der Ehemann im Das-weiß-doch-wohl-jeder-Tonfall, „der Kongress ist doch hier in Bonn, abends bin ich wieder zuhause.“

„UND WANN WOLLTEST DU MIR DAS MITTEILEN?“

„Habe ich doch.“

„Pfff.“

Ein Leiden muss der Ehemann glücklicherweise nicht mit vielen seiner Artgenossen teilen:

Das Badezimmer. Nach jahrelangem Wohnen in einer Altbauwohnung mit einem einzigen Badezimmer, dessen hervorstechendstes Merkmal die Tür in den Keller darstellte, besitzt unsere aktuelle Bleibe den Luxus von zwei Badezimmern (plus zwei WC-Räumchen), so dass sich die Eheleute wenigstens auf einem Schlachtfeld großräumig aus dem Weg gehen können: dem abendlichen Zähneputzen.

„Du hast meine Zahnbürste benutzt!“ hieß es da früher von seiner Seite aus.

„Habe ich gar nicht!“ rief die Gattin zurück.

„Hast du doch!“ empörte sich der Ehemann, der den Algenschleim in SEINEM Waschbecken nicht bemerkt, aber empfindlich reagiert, wenn seine Zahnbürste ein bisschen feucht ist.

„Aber du küsst mich doch auch!“

rettete die Ehefrau denn auch nicht mehr.

Das Ehemann-Badezimmer besitzt nun einen mit dreihundert Sicherheitsschlössern verschlossenen Panzerschrank, in dem er Utensilien einschließt, die der Frau auf keinen Fall in die Hände fallen dürfen: die Zahnbürste, seine Rasierklingen und seine Enthaarungscreme.

Der größte aller Vorwürfe lautet aber,

die Ehefrau sei auffällig ungeduldig, dabei braucht doch kein Mensch funktionierende Feuermelder im Haus. Im wichtigsten Raum, der Küche, funktioniere er doch, und wenn die Frau nicht so viel twittern würde, würde er auch nicht täglich im Nudelwasserdampf losschrillen und alle in den Wahnsinn treiben.

Und das ganze Holz,

das seit fünf Jahren 75% unseres Abstellschuppens für sich beansprucht und darauf wartet, in ein Super-Riesen-Regal verwandelt zu werden, damit wir endlich mal Abstellfläche haben?

Die Ehefrau reagierte unangenehm energisch auf den  K A U F  eines Super-Riesen-Regals vom Möbelschweden. Da hat man nun eine ganze Wand voller Regelfläche UND noch jede Menge Holz gespart für die Projekte, die noch kommen könnten, und dann beauftragt die doch einfach einen jungen Mann, der aus dem ganzen Holz ein „Baumh- äh, Unterstand für die Mülltonnen bauen soll“.

Hinterlistig ist sie nämlich auch noch. 😉

(Und vielleicht will sie ihr Rad auch einfach mal unterstellen können.)

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Eine Antwort zu “Das Leiden der Ehemänner

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