Die Schlümpfe sind Opium für Vorschulkinder.

Und meine besten Babysitter.IMG_0670

Außerdem im Team: ein kleiner rothaariger Kobold, Tarzan und Hugo, das Dschungeltier.

Während Pumuckl über den Computerbildschirm hüpft, verstaue ich die Schultasche des großen Riesensohnes auf meinem Fahrrad und begleite ihn zur Schule.

Die Zwillinge hocken derweil gebannt auf dem Sofa, und ich kann mir sicher sein, dass sie sich in der nächsten halben Stunde weder gegenseitig massakrieren rühren noch Angst bekommen werden.

Kindergarten ab halb 8.

Um den großen Sohn pünktlich zur Schulpflicht abliefern zu können, müssen wir um 7 Uhr 20 das Haus verlassen. Die Kita öffnet um halb 8 ihre Pforten.

Die Macht der Schlümpfe ist stark und der Entzug stets begleitet von Schimpfen und Klagen, aber das nehme ich auf mich. Wenn der Ehemann auf Reisen weilt und ich die Zwillinge (insgesamt 50 kg) nicht mitnehmen will, scheint mir dies die humanste Lösung zu sein. Jedenfalls für meine Knie.

Fernsehen ist auch noch für andere pädagogische Finten gut. Beispielsweise

gibt nichts besseres als „Hulk“,

um das Kind zum Lesen zu bewegen. „Hulk“ gibt es auf JuTjub, das Lesen analog.

Offensichtlich braucht das Kind Helden als Vorbilder, denn Spiderman steht ebenfalls hoch im Kurs.

Hulk wäre jetzt nicht meine erste Wahl, und das in der 70er Jahre Comicserie vermittelte Frauenbild ist, sagen wir mal, haarsträubend fragwürdig.

Deshalb schauen wir Filme immer zusammen,

Weil ich ihnen (fast) nichts verbiete.

Hulk gewönne möglicherweise noch mehr an Attraktivität, wenn ihm der wohlige Schauer des Verbotenen anhaftete.

Umso wichtiger sind meine Kommentare und auch nachfolgende Gespräche etwa über Geschlechterrollen, etwa dieses in Anbetracht einer 70er Jahre Kinderserie:

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Papa geht ja gerne zum örtlichen Fachhändler.

„Findest du das gut, dass das Mädchen bei dem Abenteuer nicht mitmachen darf, großer Riesensohn?“

„Die wollte doch nicht!“

„Ich glaube, die wollte schon!“

„Ich hätte das nicht gewollt. Ich bin ja nicht blöd. Abenteuer sind doch gefährlich!“

Dass der Sohn nicht grad ein Rabauke ist, sagte mir schon die Mutter-Kind-Kur-Kinderbetreuerin.

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Mangels Fernseher steht bei uns der Bildschirm auf dem Stuhle und wird redlich geteilt.

Wenn Not am Mann ist.

Notfälle, während der Filmegucken ohne Begleitung erlaubt sind, sind bei uns großzügig definiert.

Da gibt es zum Beispiel den Mittagsschlaf-Notfall.

Nach durchkotzten Nächten und einem Vormittag mit einem pflegebedürftigen Kind, brauche ich meinen SchönheitsSchlaf, manchmal auch, wenn alle gesund sind, aber die Kita geschlossen hat.

Dann gibt es Filme, die wir entweder schon mal gesehen haben, oder die 100% sorgenfrei sind, etwa die „Sendung mit der Maus“, wenn sie nicht gerade das Thema „Tod“ behandelt.

RUHE JETZT SOFORT!

Besonders am Abend schreit die Bande. Drei Jungs meckern sich gegenseitig an, sie plappern wirres Zeug, sie singen und kreischen, oder sie reden alle gleichzeitig.

Dann mache ich ein Hörspiel an, auch während der Abendbrotszeit. Reden ist natürlich immer erlaubt, schränkt sich aber automatisch ein, weil jeder ja zuhören will.

Bestimmte Hörspiele kaufe ich für alle, denn sie werden so oft gehört, dass ich gerne eine subjektiv pädagogisch wertvolle Vorauswahl treffe.

Bei unseren gemeinsamen Büchereibesuchen dürfen die Söhne aber ausleihen, was sie wollen. Häufig werden beliebte Objekte wie „Teufelskicker“ aber nur geliehen, weil sie cool sind, und dann kaum gehört.

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Wie das mit den Selfies geht, haben die Zwillinge ja schonmal raus.

Computerspiele

sind etwas, was ich noch nicht will, jedenfalls nicht auf der eigenen Spielekonsole.

Die Jungs spielen auf dem IPhone; zuerst gaben wir ihnen so etwas wie „Bubbles“ oder Puzzle, jetzt fangen die Logikspielchen an, und ich staune über die kreative Lösungsfähigkeit meiner Söhne.

Fazit:

Im Notfall und sonst gemeinsam, ausgewählt und keine Verbote. Und ausreichend analogen Ausgleich.

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Der analoge Fernseher. Heut im Programm: Duploland.
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2 Kommentare zu „Die Schlümpfe sind Opium für Vorschulkinder.

  1. Liebe Mara,

    bei unserer Nummer 3 ist Hulk auch sehr beliebt. Sie guckt aber nichts mit Hulk alleine. Hulk ist so beliebt bei ihr, dass sie einen Hulk-Schlafanzug bekommen hat ( vom Disney Store – falls Interesse 😀 ) und ansonsten gibt es hier einen verwaisten Fernseher. Das letzte Mal geguckt haben wir, hmm, da war ich noch schwanger und es liefen zwei Serien aus meiner Kindheit. (He-Man und She-Ra)

    Ich finde einen begleitenden Medienkonsum klasse. Unsere Großen sind inzwischen schon so weit, dass sie sich Youtuber ansehen, die sie gerne mögen. Auch da habe ich mir einiges mit angesehen, um im Bilde zu sein. Sie sagen selber, dass sie weder Gruselig, noch Pornographisches (ja, so groß sind sie schon) noch Gewalttätiges sehen wollen. „Sie seinen ja nicht dämlich“ meinten sie.

    Fernsehen als Babysitter finde ich völlig in Ordnung, wenn man die Sendungen kennt. Das ist manchmal ein sehr gutes Mittel. Denn Kinder bewegen sich ja meistens vom Fernseher nicht weg, sind also sicher und man kann einer Tätigkeit nachgehen. Wie Lesen. Hab ich auch ab und an so gemacht. Vor allem, wenn man krank war. Inzwischen sind sie so groß, dass das außer Frage steht – sie bringen mir dann Tee 😀

    Liebe Grüße 🙂

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