Was dich als Mutter wirklich qualifiziert,

ist nicht deine Empathie, dein wohl durchdachtes pädagogisches Konzept, auch nicht deine Fähigkeit, deine Kinder zum Lachen zu bringen, mit ihnen die Welt zu erkunden oder gar selber Spaß zu haben.

Nein. Was dich als Mutter wirklich qualifiziert, ist deine Fähigkeit, Kuchen zu backen.

Für den Kindergartengeburtstag.

Die Krabbelgruppe.

Für das Elterncafé.

Und für das Kindergarten-Sommerfest.

Kuchenbacken ist der Preis, den wir dafür bezahlen, ein Kind zu haben.

Kuchen backen ist auch Pflicht, wenn man beim örtlichen Kinderflohmarkt einen Stand haben will. Nebst 5 Euro Standgebühr. Sie haben aber auch meinen gekauften Kuchen verkauft. Ich bin Meisterin im Ignorieren hochgezogener Augenbrauen.

Überdies ist ein selbst gebackener Kuchen das A und O für Kindergeburtstage zu Hause.

Wenn ich jemals einen Laden in die Luft sprengen werde, dann ist es der Laden im Nachbardorf, der Kuchenbackformen verleiht. Da hängt natürlich die Latte hoch. Wer will schon neben dem Schlumpfkuchen von Frederik-Alfred, dem Piratenschiff von Karl-Gustaf und dem Feenschlösschen von Sarah-Sofie blöde aussehen?

Mit dem Eintritt eines Kindes in die Schule erhöht sich die Anzahl an Möglichkeiten, seine konditorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, exorbitant, ich nenne nur mal das Schulfest, den Schulausflug und das Schulsportfest. Nicht zu vergessen, den adventlichen Aufruf an ALLE Familien, jeweils eine Dose mit SELBST GEBACKENEN Keksen abzuliefern zu spenden.

Kurz und gut: Ich bin eine wirklich, wirklich schlechte Mutter.

Dank Dr. Oetker spiele ich allenfalls in der zweiten Liga. Was ich allerdings wirklich gut kann, sind Nachtische. Beim vorletzten Kuchenbackversuch vergaß ich zweihundert Gramm gemahlene Mandeln. In der mir eigenen Genialität schichtete ich kurzerhand puren Jogurt und kristallharte, warme Kuchenkrümel in einer Glasschüssel aufeinander und garnierte das Ganze mit Schokoguss. Es schmeckte saugeil.

Ich bin auch Meisterin darin, zerbröselte Kuchen mit Kuvertüre zu flicken. Beim ersten Kindergartenfest spendete ich einen 3/4 Kuchenkranz mit 10 Kilo Kuvertüre-Überzug. 1/4 hatte ich schon vorher gegessen.

Wie auch immer. Es könnte besser laufen. Der Kindergarten hat mich schon längst durchschaut, bei der Schule bin ich ein nur leicht beschriebenes Blatt. Bisher. Ich hege ja die vage Hoffnung, dass es keine Korrelation zwischen Zensuren und der Qualität und Quantität abgelieferter Kalorienbomben gibt.

Irgendwelche Erfahrungswerte da draußen? Bitte gerne als RT.

Fotos oben: Kreative Kuchenidee von Sohni: Plastiktöpfchen mit Eicheln garniert.

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33 Antworten zu “Was dich als Mutter wirklich qualifiziert,

  1. hehe, klingt gut! Ich liebe backen, meine Töchter können aber gut ohne Kuchen leben,a also das sind die zwei Grossen. Die Kleinen haben ihren Kindergartenstart noch vor sich… unsere zweitälteste (12) MUSS jedes Jahr folgendes bringen, Befehl der gesamten Klasse: Wienerli im Teig, also Wiener gedrittelt, gekaufter und bereits ausgerollter Blätterteig in 8 Teile schneiden, Würste einwickeln, mit Ei oder Milch bepinseln und backen. Ich wurde schon auf der Strasse gefragt wie ich den diese speziellen und achsoguten Würste zubereite. Keiner will mir glauben wie einfach es ist!

  2. Oh das mit dem Kuchen ist hier auch so schlimm. Ein Kuchen hier, ein anderer da… zum Glück habe ich noch ein klein wenig Luft bis der Kindergarten dann mal kommt 🙂

    • Ich erwäge, 1.000 Stück auf einmal zu backen und dann die Hälfte auf Vorrat einzufrieren.
      Kommerzielle Kuchen, die AUSSEHEN wie selbst gebacken, DAS wäre mal eine Idee! Liebe Discounter, ich bitte euch! Zwischen Kartoffelsalat und Pfannkuchen? Hm?

  3. Wenn es um Kuchen und Torten geht ranigere ich berufsbedingt wohl ziemlich weit oben 😉 Beim Rest… naja. Sagen wirs mal so: Ich gebe mir größte Mühe.

      • Im Ernst: Ich war bei einem Kindergartenvorgespräch mit allen BewerberInnen und da sagte ein Vater, er sei *IrgendwasmitGeld* und er würde mit großer Freude den Vereinskassenwart machen. Die Mutter neben mir gab mit ihren Backkünsten an. Und so ging das reihum … Nur ich sagte, mir gefiele das Konzept.

  4. Kuchen versuche ich gar nicht mehr, meine „Nische“ sind Wookie Cookies (Rezept googeln, das von der FR online ist super)…. Gilt als Kuchen, ist einfach zu backen sieht zwar nicht toll aus, schmeckt aber einfach sensationell, Kinder und Erzieherinnen lieben sie.

      • Ich habe einfach zwei Tafeln Schokolade genommen, das schmeckt am Besten. Mit dem großen Küchenmesser zerbröselt, raspeln dauert mit zu lange.
        Versuche mit weißer Schokolade gemischt mit schwarzer, oder zwei mal Vollmilch – alles super. Mit diesen kleinen Tropfen werden die Cookies nicht so knusprig und wurden sofort abgelehnt (von den Experten)….

  5. Ich verrate dir jetzt ein gute gehütetes Geheimnis einiger Supermamis aus unserer Schule: Man sucht sich eine (oder gar mehrere) nette Bäuerinnen und bietet denen einen Pappenstiel dafür, dass sie einem Unmengen selbstgebackenen, sensationellen Kuchen liefern!
    Ich bin per Zufall hinter das Geheimnis gekommen, als ich Klein-Lisa (Tochter einer Supermami) mal mit zum Turnen im Nachbarsort genommen habe. Als wir an einem Bauernhof vorbeigefahren sind, rief sie freudig: „Sieh mal, da haben sie einen Esel! Den darf ich immer streicheln, wenn Mami wieder mal einen Kuchen für die Schule dort abholt!“
    Tja…. 😉

  6. Ich backe nur im NOTFALL (also wenn wir Kuchenhunger haben und selbigen Kuchen sofort und meist noch heiß selbst essen wollen :-D)
    Komm ich damit durch?

    • Oha! Da hätte ich auch gezuckt! Zum Glück reicht den Zwillingen ein Fußballfeld-Kuchen. Eckig. Mit grünem Zuckerguss. Und: Deutschlandfahnen. Wo kriege ich die bloß her?

      • Deutschlandfahnen: Die Zwillinge selbst machen lassen! Man färbe Marzipan mit Lebensmittelfarbe/Kakao und lässt die Kinder damit wie aus Knete Deutschlandflaggen basteln, die man auf den Kuchen legt. Wenns schon nicht perfekt wirkt, dann zumindest selbstgemacht. 😉 Nur so eine Idee…

  7. In der Schule habe ich immer nur Salate abgegeben. Da besteht keine Gefahr, dass die Dinger nicht aufgehen, zu trocken sind o.ä. Und inzwischen bringe ich in Notfällen Tiefkühlkuchen mit. Geht auch. 😉

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