Studentenalltag

P10608145 Uhr 12: Ich bin wach.

Großartig!

Die Aussicht auf zwei Stunden ungestörte Schreibtischarbeit jagt mir Adrenalin durch die Adern! Die Bücher rufen!

Ich bewege mich zentimenterweise aus dem Bett, ganz leise, um die Brut nicht zu wecken.

Melek schläft links von mir, Maxe rechts. Sohni hat sich mit meinem rechten Schienbein zufrieden gegeben, kollidiert aber mit Maxes Füßen, die im Schlafe um sich treten.

Sohni meckert im Schlaf. Davon wache ich auf. Alle zehn Minuten. Bis ich nicht mehr einschlafen kann.

Dann habe ich es geschafft: Die Brut pennt, und ich stehe vor dem Bett und werfe mir ein Kleid über die nackten Schultern.

Um 5 Uhr 21 stehe ich in der Küche und rühre mir einen Kaffee zusammen. Die Vöglein schlafen, der Himmel verspricht einen warmen Tag. Ich genieße die Stille, als

„MAAAAAAAAMAAAAAAAAA!“

Verflixt. Maxes Mamasensor steht auf Alarm. Mama ist weg. 100 Dezibel reichen da nicht.

Ich wäge ab. Lasse ich ihn die anderen aufwecken? Dann sind wir pünktlich um 7 Uhr 30 im Kindergarten und die Kinder hoffentlich um 18 Uhr im Bett. Andererseits hätte ich sie dann schon zwei Stunden an der Backe, und zwar vor dem ersten Kaffee.

Ich entscheide mich für Plan B, stopfe Maxe einen Knebel in den Mund und verfrachte ihn in sein Bett. Mit mir. Vielleicht schläft er ja wieder ein.

Verlängerte Schlafphasen sind nichts für mich. Ich träume dann wirr und bin unfähig, auf Sohnis Geschrei adäquat zu reagieren. Als Melek auch noch vor Maxes Bett steht, flüchte ich in die Küche, mit Sohni auf den Fersen.

Die Bücher rufen. Ihre Schreie verhallen ungehört.

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2 Antworten zu “Studentenalltag

  1. Liebe Mara!
    Ich verfolge schon seit Wochen deinen Blog und finde mich in so ziemlich jedem Post wieder- kein Wunder, bei den Parallelen.
    Für diesen Post heute bin ich dir jedoch ganz besonders dankbar- werde ich doch von meiner Umwelt immer als bekloppt abgestempelt, dass ich morgens um 4.55 Uhr aufstehe, in die Küche „schwebe“, einen Kaffee zapfe, nur um dann an meinen Schreibtisch zurückzuschweben, erst mal tief atmen (aber ganz leise!), um dann glücklich und !in Ruhe! meine Bücher zu beackern.

    Von Dreifach-Mutter-Studentin an Dreifach-Mutter-Studentin:
    Ein Hoch auf den frühen Bücherwurm 😀
    Jetzt fühl mich wenigstens ein bisschen normaler!
    Liebe Grüße,
    Inka

    • Willkommen im Blog! Schön, dass es noch mehr verrückte Frauen gibt, die mit Kindern studieren. Ich persönlich genieße die Morgenzeit, da bin ich noch frisch und erholt, bevor das Chaos losbricht. Meistens schaffe ich es auch an den Schreibtisch – wenn der Ehemann noch im Bett liegt. Das scheinen sie zu akzeptieren. Jetzt sind sie alle im Kindergarten und meine Bürozeit beginnt! Ich wünsche dir einen schönen Tag! Liebe Grüße, Mara.

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