Nebenspielplatz

Allmählich entwachsen wir dem Spielplatzalter. Was die Kinder nicht daran hindert, sich P1050049dorthin zu wünschen.

„Wir wollen zu dem Spielplatz!! Den mit der Seilbahn!!!“

Mütterchen packt Picknick ein und verstaut Taschen und Kinder auf und im Fahrrad(anhänger).

Und was macht die Brut bei Ankunft am Spielplatz, den mit der Seilbahn?

„Maxe, komm! Wollen wir ins Gebüsch gehen?“

Ich will gar nicht wissen, wer schon alles „im Gebüsch“ war (und was diejenigen dort produziert haben), aber als ich gerufen werde, um einen (toten) Ast abzubrechen, werden meine schlimmsten Befürchtungen wahr. Immerhin hängen keine Kondome an den Zweigen, denn auch die verzweifelsten Liebenden könnten in diesem Gewirr aus Taschen- und Po-Tüchern kein Plätzchen finden – weder zum Liegen noch zum Stehen. Von dem Geruch mal ganz zu schweigen.

Alternativ beklettern meine Kinder die hohe Eibe, auf der vermutlich schon seit Jahrzehnten Kinder herumkraxeln.

„MAAMMAAAA!“ brüllt es aus dem Geäst, „MAXE HÄNGT FEST!!“

„Dann hilf ihm“, brumme ich zurück.

„MAAAAMAAAAA!“

Ich erhebe mich.

Gehe drei Schritte.

„MAMAAAA! Er ist schon frei!“

„Hmpf.“

Dann suchen sie Äste und sammeln sie vor meiner Bank,  auf der ich sitze, um die schöne Aussicht zu genießen, Blick ins Siebengebirge, herrlich, und auf den Rhein, entspannend.

Sie streiten sich, wer den größten Stockhaufen gebaut hat, bis ich dezent darauf hinweise, dass er am größten wird, wenn man die Haufen zusammenlegt.

Meinem Vorschlag wird begeistert Folge geleistet.

Jetzt nehmen sie jeweils ein Stöckchen in die Hand („Messer, Mama!“ jubelt Maxe) und kloppen Steine aus dem hartgetretenen Boden neben dem Spielplatz.

Ich telefoniere, bis das Akku leer ist und notiere mir dann Ideen für eine neue Geschichte auf der Rückseite von Sohnis Sprachtestbefund. Die Wertung ist mir sowieso nicht ganz klar.

Sie wollen nicht nach Hause.

Ich lasse mich breitschlagen.

Und als wir aufbrechen sind sie sich einig: Hier wollen sie wieder hin, hierhin, auf den Spielplatz, den mit der Seilbahn.

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2 Antworten zu “Nebenspielplatz

  1. Zum Glück sind meine Kids noch lange nicht dem Spielplatzalter antwachsen. Ich mag es wenn die Jungs sich austoben. Und dank vieler großer Klettergerüste auf den Spielplätzen hier in der Umgebung und einer sehr großen Auswahl an Spielplätzen wirds auch so schnell nicht langweilig.
    Wie haben in einem Radius von ca. 10 Km über 50 Spielplätze!
    Und bis auf einen sind auch alle immer recht gut gepflegt und nicht vollgemüllt.

    • doch, sie spielen schon noch auf spielplätzen, aber im beschriebenen falle waren sie ja gar nicht auf dem spielplatz, sondern überall sonst im park. es gibt hier einige sehr schöne spielplätze, auch solche für große kinder, aber ich finde es schön, dass sie jetzt auch mit wald und bach und wiese etwas anfangen können. ein toter baum als klettergerüst: sie sind stundenlang beschäftigt. ich genieße einfach die größere bandbreite der möglichen nachmittagsorte. und im wald ist es auch kühler, jetzt, wo der frühling es sich doch noch überlegt hat. 🙂

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